The winner is: Steffen Grundmann z Budyšina

Prěnja wotmołwa kandidata ke komunalnym wólbam na naprašnik Domowiny / Steffen Grundmann kandiduje za měšćansku radu w Budyšinje

Sehr geehrte Fr. Felber,

als Stadtratskandidat für die Linken (und Neuling auf der politischen Bühne) möchte ich gern versuchen, zu einigen Fragen Stellung zu nehmen. Wir hatten uns ja am Montag beim Fachtag kennengelernt, ich hatte diese Mail zu dem Zeitpunkt aber noch nicht gelesen – wir hätten sonst vielleicht schon etwas dazu sprechen können.

Frage 1: Satzungen zur Förderung der sorbischen Sprache und Kultur
Auf die Frage, wie ich als Stadtrat gewährleisten möchte, dass die in der Vergangenheit beschlossenen Satzungen zur Förderung der sorbischen Sprache und Kultur durchgesetzt bzw. fortgeführt werden, würde ich persönlich das Gespräch mit den Experten und Verantwortlichen in dieser Sache suchen, wie zum Beispiel der Domowina oder speziell Hr. Ziesch, um gut einschätzen zu können, ob und wo Bedarfe in dieser Frage bestehen. Da für mich die sorbische Kultur fester Bestandteil meiner Heimat ist, würde ich mich für deren Belange ebenso einsetzen wollen!

Frage 2: Zweisprachigkeit im sorbischen Siedlungsgebiet
Da die sorbische Sprache auch zur Lebenswirklichkeit in unserer Stadt und Region gehört, würde ich mir wünschen, dass insbesondere in den öffentlichen Einrichtungen die Mitarbeiter in der Lage sind, sich zumindest grundlegend zweisprachig zu verständigen. Soweit ich weiß, gab es hierzu für Mitarbeiter des Landratsamtes – sowohl für deutsche als auch sorbische Muttersprachler – Kurse und Fortbildungen. Dies sollte über das Landratsamt hinaus ein Angebot an alle öffentlich Tätigen sein. Auch ich würde mich – insbesondere wenn ich in den Stadtrat gewählt werden sollte – über solch eine Möglichkeit freuen. Das wäre: Dobry!

Frage 3: Die Pflege der sorbischen Kultur
Frage 4: Sorbisch in Kindergärten und Schulen
Kinder lernen gern – das gilt auch und gerade für Sprachen. Dank der Arbeit meiner Frau als Kindertagesmutter wird mir das auch selbst immer wieder deutlich. Gerade der alltagsnahe Gebrauch fällt Kindern sehr leicht. Es ist spannend, wie schnell und selbstverständlich auch Kleinkinder unter 3 Jahren Wörter einer ihnen eigentlich fremden Sprache nutzen. Deshalb würde ich persönlich es begrüßen, wenn es auch an den nicht sorbischen Kitas und Schulen zumindest im Rahmen von freiwilligen Angeboten oder GTA Sprachkurse für die Kinder und Jugendlichen gibt.

Frage 5: Einbeziehung der Jugend
Ich als Sozialarbeiter würde ungern zwischen sorbischer und deutscher Jugendarbeit unterscheiden wollen. Dies muss man auch nicht, da ich aus persönlicher Erfahrung weiß, dass es in und um Bautzen eine großartige Zusammenarbeit von sorbischen und deutschen Sozialarbeitern gibt. Die Mittel für eine personell und sächlich gut ausgestattete Jugendarbeit sind dabei bedarfsgerecht bereitzustellen, egal ob für sorbische oder deutsche Kinder und Jugendliche.

Frage 6: Sorbische Aufschriften und Öffentlichkeitsarbeit
Die zweisprachigen Beschilderungen sind für mich seit jeher etwas Besonderes. Deshalb finde ich es auch wichtig, wenn öffentliche Beschilderungen grundsätzlich zweisprachig dargestellt werden. Auch wenn ich persönlich der Stickeraktion auch kritisch gegenüberstand: Das Anliegen als solches fand ich richtig und wichtig! Neue Schilder sollten also generell zweisprachig gedruckt werden. Auch Geschäftsleute würde ich bitten, dies bei neuen Schildern zu tun, da ich persönlich damit eine positive Außenwirkung verbinde. Was speziell die Website unseres Kreisverbandes betrifft: Ja, es wäre sicherlich schön auch hier die wichtigsten Inhalte und Daten in sorbisch zu hinterlegen. Vielleicht ergibt sich hier eine fruchtbare Zusammenarbeit?

Frage 7: Kontakte zur Domowina
Bislang gab es einige persönliche & nette Kontakte zur Domowina aufgrund meiner Arbeit als Schulsozialarbeiter. Um die Arbeit und die Anliegen der Sorben auch in Bezug auf eine mögliche Arbeit im Bautzener Stadtrat gut vertreten zu können, würde ich mich über hilfreiche Kontakte zu den sorbischen Machern und Akteuren sehr freuen!

Frage 3 konnte ich auch nach längerem Überlegen für mich nicht wirklich gut beantworten. Dazu fehlt mir auch etwas Hintergrundwissen, ob und wie sorbische Kultur im Unterschied zu deutscher Brauchtumspflege unterstützt wird. Auf jeden Fall würde ich persönlich in der Unterstützung auch hier nicht unterscheiden wollen: Was also deutsche Vereine an Unterstützung bekommen, sollte grundsätzlich auch den sorbischen Vereinen zur Verfügung stehen.

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